Definitionen

Eine Idee von Dezember 2014.

In vielen Fachgebieten sind Definitionen ein besonders wichtiger Teil des Wissens. Also gehören Definitionen in fast alle E-Learning-Kurse und sollten natürlich auch abfragbar sein. Dabei stellt sich aber das Problem, dass Definitionen mehr oder weniger lange Texte sind, die kaum ein Lernender leicht Eins zu Eins reproduzieren kann. Natürlich könnte man sklavisch auswendig lernen, aber dann stellt sich doch die Frage, ob damit nicht lediglich der Form genügt wird und das Verständnis auf der Strecke bleibt (wir alle kennen das von den Gedichten, die wir in der Schule auswendig lernen mussten…).

Soll es nicht um wörtliches Auswendiglernen gehen, dann müsste die Kurssoftware in der Lage sein mit Synonymen, Flexionen, alternativen Satzkonstruktionen, Umstellung von ganzen Sätzen und mit Auslassungen oder Hinzufügungen umgehen zu können. Dieses Problem ist mit unseren Mitteln derzeit leider nicht lösbar.

Eine sehr einfache Lösung wäre andererseits natürlich, wenn der Lernende die Definition formuliert, dann nachsieht, wie der korrekte Text lautet und am Ende selbst beurteilt, ob er richtig geantwortet hat. Das ist sehr üblich in vielen Lernumgebungen und entspricht der Idee der Lernkarte. Vom Anspruch eines digital unterstützten Lernens her ist diese Lösung aber nicht wirklich befriedigend, denn so könnte man das Problem halt auch auf Papier lösen.

Unsere Idee besteht nun darin, dass dem Nutzer die relevantesten Begriffe (Nomen) einer Definition zusammen mit nicht passenden Begriffen in einer Tag-Cloud angeboten werden.

Frageformat Definition 3

Die Blasen mit den Begriffen sollen in der Box herumschweben und der Nutzer hat die Aufgabe, die zutreffenden Begriffe anzuklicken. Ein richtiger Klick färbt die Blase grün, ein falscher rot. Es sind verschiedene Schwierigkeitsstufen denkbar mit Begriffen, die inhaltlich näher zusammen liegen als in diesem Beispiel oder einfach mit mehr Begriffen. Der Schwierigkeitsgrad könnte zum Beispiel steigen, je häufiger der Lernende die Frage schon vorher richtig beantwortet hat.

Nachdem der Nutzer seine Klicks gesetzt hat, kann er durch einen Klick auf das blaue „Eselsohr“ unten rechts die Karte wenden und liest dann den korrekten Text der Definition.

Über das Lernen der relevanten Begriffe kann sich der Nutzer bei Bedarf sogar einen Definitionstext erarbeiten. Und zwar vom Verständnis her, denn er muss ja die Begriffe durch ergänzenden Text sinnvoll verbinden. Das dürfte dem Verständnis förderlicher sein als stures Auswendiglernen.

Overheadprojektor 2.0

Eine Idee aus Dezember 2013.

Wer erinnert sich noch an den guten alten Overheadprojektor? In einem abgedunkelten Raum wurden transparente Folien auf ein großes, geräuschvolles (der Lüfter!) Gerät gelegt und der Vortragende zeichnete mit einem Farbmarker auf der Folie während er erklärte, was das bedeuten sollte.

Wir wollen diese gute Idee webifizieren. Dazu arbeiten wir mit Herrn Prof. Jansen und seinem Team von der   Hochschule Ruhrwest zusammen. In der Kooperation entwickeln wir eine Tablet-Anwendung, mit der Autoren zeichnend und sprechend Zusammenhänge besser erklären können. Aus Wort und Text wird von der Anwendung ein Video erstellt und nach Fertigstellung auf einen YouTube Kanal hochgeladen, von wo aus es dann in Produkte eingebunden werden kann, zum Beispiel in einen Online-Kurs.

Overhead Screen

Die Videos können bearbeitet werden. Es wird möglich sein, Videos an gewünschten Stellen zu unterbrechen um Fragen einzufügen. Solche Fragen muss der Lernende dann beantworten, bevor das Video fortgesetzt wird (mit der korrekten Antwort).

Overhead Quiz

Die letzte Präsentation der HS Ruhrwest fand vorgestern, am 16. März 2015, hier in Düsseldorf statt. Die Anwendung ist so gut wie fertig und die Präsentation war so spannend, dass ich glatt vergessen habe ein paar Fotos zu machen.

Kursplanung

Diese Idee aus dem Juni 2013 wurde im September 2014 realisiert.

Kursplanung 27-04-14
Das Kursplaner-Overlay

Es ist ein hartes Stück Arbeit, einen E-Learning-Kurs zu absolvieren, denn 50 Stunden sind nicht mal eben so gemacht. Wie können wir unsere Teilnehmer unterstützen und ihnen helfen, die Motivation aufrecht zu erhalten? Diese Frage hat zum Kursplaner geführt, denn wenn sich der Lernende selbst darauf festlegt, bis wann er den Kurs abschließen, an welchen Tagen er lernen und wie viel Zeit er jeweils aufwenden will, dann kann er nicht nur seinen Lernfortschritt besser kontrollieren, er fühlt sich auch stärker verpflichtet.

Gut wäre zudem, wenn der Kursplaner den Lernenden per E-Mail oder SMS benachrichtigt, wenn seine aktuelle Kursplanung in Gefahr gerät. Und natürlich sollte es möglich sein, die Planung zu resetten und neu  anzulegen.

Die Beantwortung der Fragen ist eine der wichtigsten Funktionalitäten eines Onlinekurses. Denn darüber kann der Teilnehmer effektiv kontrollieren, ob er das Gelernte verstanden hat. Der Kursplaner könnte auch hier eine Hilfe sein, indem er jeweils ein Protokoll der aktuellen Lernsession versendet mit den richtig und falsch beantworteten Fragen und Hinweisen zu den Lösungen.

Verkaufen in Höchstgeschwindigkeit

Idee aus April 2014.

Die alten Wacom-Tablets: nicht mobil aber praktisch im Verkauf.
Die alten Wacom-Tablets: nicht mobil aber praktisch im Verkauf.

Viele unserer Kurse und Bibliotheken werden über das Telefon verkauft. Unsere Mitarbeiter benutzen dazu Tablets. Das sind gegenwärtig noch große, dumme, berührungsempfindliche Bildschirme der Firma Wacom, die wir seit 2006 einsetzen (also lange vor Apples erstem Tablet). Der Grund dafür ist, dass wir wollen, dass sich die Mitarbeiter im Verkauf voll und ganz auf ihre Gespräche mit Interessenten und Kunden konzentrieren können. Wer verkauft muss gut kommunizieren und Empathie aufbringen – er muss aber nicht unbedingt ein guter Datentypist sein. Deshalb dokumentieren unsere Mitarbeiter ihre Gespräche handschriftlich auf dem Tablet und müssen sich nicht darum kümmern, wie die Infos dann in die Datenbank kommen.

Nun möchten wir einen Schritt weiter gehen, um noch mehr Geschwindigkeit und Performance zu gewinnen und unseren Mitarbeitern mehr Möglichkeiten zu geben, die eigene Arbeitszeit flexibel selbst zu bestimmen. Der erste Schritt dazu ist sehr technisch, wir stellen die Telefonie von ISDN auf Voice-over-IP (VOIP) um.

Erstes Proof-of-Concept: Das Surface von Microsoft
Erstes Proof-of-Concept: Das Surface von Microsoft

Im zweiten Schritt werden wir die Wacom-Tablets durch Microsoft Surface-Tablets ersetzen. Das sind dann richtige Rechner und nicht mehr nur Bildschirme. Mit ihrem Tablet wird sich die Mitarbeiterin in das System einloggen und ihren Arbeitskorb vorfinden. Dabei ist es dem Surface egal, ob es im Callcenter ist, wenn es einloggt, oder in der Wohnung einer Mitarbeiterin. Über das Tablet und ein Headset kann die Mitarbeiterin von zuhause aus genauso gut arbeiten wie im Büro. Telefonie und Daten laufen dabei über eine schnelle Internetverbindung und die Server im Callcenter.

Viele unserer Mitarbeiter sind weiblich, haben Kinder, die noch zur Schule gehen; haben Männer, die Mittags auf das Essen warten. Deshalb arbeiten diese Mitarbeiterinnen halbtags im Minijob, obwohl sie eigentlich gerne mehr tun würden. Wäre es nicht super, wenn diese Mitarbeiterinnen zwar weiterhin regelmäßig halbtags im Office, aber zusätzlich auch von zuhause arbeiten könnten, zum Beispiel wenn das Kind mal krank ist oder ein Handwerker sich angesagt hat? Wäre es nicht super, wenn diese Mitarbeiterinnen nachmittags selbst entscheiden könnten noch eine Stunde mit Kunden zu telefonieren, weil ihr Mann noch nicht da und die Kinder beim Sport sind? Genau das wollen wir erreichen.

Wir glauben nämlich, dass selbstbestimmte Mitarbeiter motivierter und dass motivierte Mitarbeiter erfolgreicher sind.

Claims

Durch die Digitalisierung sind wir, wie andere Verlage auch, in eine Krise geraten. Es gibt keinen Weg zurück und der Versuch, das bestehende Geschäftsmodell zu bewahren, führt in die Agonie. Es kann also nur nach vorne gehen, wir müssen die Veränderungen annehmen.

Ich habe zwei Claims ausgedacht, die diese Forderung, die sich uns stellt, und diesen Anspruch, den wir haben, ausdrücken soll. Als Orientierung für uns und unsere Kunden.

Wenn das althergebrachte Geschäft eines Verlages in der digitalen Zeit nicht mehr gut funktioniert, dann muss es neu entworfen werden. In gewisser Weise muss für diese neue Zeit das Lesen neu erfunden werden, da unsere Kunden heute mehr erwarten als Seiten mit Texten und Bildern.

Wir erfinden das Lesen neu.

ist deshalb der erste Claim, der beschreibt, was unsere Aufgabe ist.

Aber (a) was soll das eigentlich heißen und (b) kann das ja jeder behaupten. Die Frage ist also: wie erfinden wir das Lesen neu?

Für Fachverlage gilt bisher: Lesen ist die Aufbereitung von Text- und Bildinformation zur Vermittlung von Wissen. Kurz gesagt soll also Lesen zu Wissen führen. Aber so einfach ist das nicht, denn wenn der Leser etwas wissen will, dann darf er nicht nur lesen, sondern muss sich das Gelesene tatsächlich aneignen. Das kennen wir alle, denn wir alle haben schon oft etwas gelesen und beim Lesen geglaubt, dass wir es verstanden hätten und dass es doch eigentlich ganz einfach sei. Wenn wir aber danach versucht haben, es zu erklären oder Fragen dazu zu beantworten, dann konnten wir das nicht.

Wenn Wissen das Ziel unserer Verlagsarbeit ist, dann kann ich dieses Ziel auch so formulieren: Wir wollen unsere Leser in die Lage versetzen, Fragen sicher beantworten zu können. Wissen heißt nämlich, Fragen beantworten können.

Der zweite Claim ist deshalb:

Die Welt ist voller Fragen. Wir kümmern uns um die Antworten.

Dazu habe ich eine Visualisierung vorgeschlagen. Die zeigt zwei Ebenen. Auf der blauen „Welt“-Ebene sind Arbeitssituationen abgebildet und Fragen, die Verantwortliche immer wieder beantworten müssen. Auf der schwarzen „Antworten“-Ebene ist ein Tablet mit einem unserer Online-Kurse zu sehen.

Das Motiv könnte eingesetzt werden für Produktflyer oder zum Beispiel als Overlay über der Startseite von symposion.de

Der neue Claim auf der Symposion-Startseite
Der neue Claim auf der Symposion-Startseite

Nachtrag: dieser Splash-Screen über der Startseite wurde als zu diffus empfunden („was soll ich jetzt tun?“). Deshalb gibt es eine neue Lösung mit einem Call to Action:

Startseite mit Splash

Klickt der Besucher auf das Link, erreicht er die Startseite mit allen Produkten.

Neuer Kurs: Methoden des Qualitätsmanagements

Die Startseite des neuen Kurses
Die Startseite des neuen Kurses

Ich finde es gut, dieses Blog mit einem Post über den neuen Online-Kurs zu beginnen, den wir zusammen mit der RWTH Aachen entwickelt haben. Mit ihm werden in Zukunft über 1.000 angehende Ingenieurinnen und Ingenieure die wichtigsten QM-Methoden kennenlernen. Denn dieser Kurs begleitet die wahrscheinlich größte QM-Vorlesung Deutschlands. Es ist ja ein bekanntes Problem, dass der Nutzen von Vorlesungen für die Studenten tendenziell absinkt je größer die Anzahl der Hörer wird. Viele Studenten – und nicht die schlechtesten – gehen deshalb kaum noch zur Vorlesung, sondern bereiten sich anders vor (siehe diesen Meinungsbeitrag in der Zeit). Prof. Dr.-Ing. Robert Schmitt, Inhaber des Lehrstuhls für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement, hatte die Idee, seinen Studenten mehr zu bieten, als nur ein Skript. In Zukunft sollen seine Hörer die Vorlesung nacharbeiten und den Stand ihres Wissens durch die Beantwortung von Fragen besser überprüfen können.

Einen kostenlosen Testzugang gibt es hier.

Prof Schmitt
Prof. Robert Schmitt
IDD
Beispiel für eine Image-Drag-and-Drop Frage

Die Arbeit mit Prof. Schmitt und seinen Mitarbeitern hat besonders viel Spaß gemacht. Wir als Verlag haben viel Neues über die Vermittlung von Inhalten gelernt und nicht zuletzt haben uns die Aachener auf ein neues interaktives Frageformat gebracht: Image-Drag-and-Drop. Beim IDD wird eine Frage dadurch beantwortet, dass Bildelemente an die richtige Stelle auf einem anderen Bild gezogen werden – sehr cool!

Zum ersten Mal haben wir für diesen Kurs auch Webcast-Videos produziert, kurze Animationen, mit denen komplexe Zusammenhänge leicht verständlich gemacht werden können.

Der Kurs vermittelt die Grundkenntnisse zu den Methoden des Qualitätsmanagements nach unserer Einschätzung so praxisbezogen, dass wir ihn auch an Qualitätsverantwortliche in Unternehmen verkaufen. Diese Teilnehmer werden eine Prüfung in Aachen ablegen können und damit ihr persönliches Zertifikat als „QM-Expert“ erlangen. So wird aus dem Schlagwort „lebenslanges Lernen“ ein ganz konkretes Angebot.