Fragen über Fragen

Die Didaktik von Tests ist ständig in der Diskussion bei uns: Wie können wir Testfragen präziser, verständlicher, unterhaltsamer machen?

Natürlich gibt es die Standardformate Single-Choice, Multiple-Choice, Lückentext und Drag-and-Drop. Aber bei etwa 200 Fragen, die ein Kurs im Durchschnitt anbietet, erschöpfen diese Formate den Lernenden schnell, die Aufmerksamkeit nimmt ab und die Lust am Weiterlernen geht verloren.

Bereits vor einigen Monaten haben wir das neue Format „Image-Drag-and-Drop“ eingeführt, bei dem Bild- oder Textteile auf die richtige Stelle eines Bildes gezogen werden müssen. Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen dieses Format verständlicher und interessanter ist.

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Im Labor experimentieren wir gerade mit Videos, die durch Fragen unterbrochen werden. Fortsetzung nur bei richtiger Antwort.

Das Fachwissen, das wir publizieren, ist in der Regel komplex und kann nicht beliebig vereinfacht werden. Das gilt natürlich auch für Fragen und Antworten in Tests. Der Anspruch ist zwar, dass Fragen und Antwortoptionen möglichst kurz formuliert sein sollten. Dock Kürze geht oft auf Kosten von notwendigem Kontext und damit auf Kosten von Verständnis. Anfangs waren in der Regel die Fragen kurz und die Antwortoptionen lang. Dann fiel uns aber auf, dass die Beantwortung dadurch in vielen Fällen erschwert wird. Heute machen wir es umgekehrt und verfolgen das Prinzip „QuiC“ („Question in Context“). Das heißt, wir geben der Frageformulierung mehr Raum, damit der Kontext der Frage besser mit transportiert werden kann. Denn wenn eine Frage in ihrem Kontext steht, ist sie in der Regel leichter zu beantworten.

Beispiel QuiC 08.53.57

Dieses Beispiel zeigt auf besonders einfache Weise, was mit „Kontext“ gemeint ist. Ohne die Zusatzinformation „so dass sie 〈die Fehler〉 sich nicht in nachfolgenden Prozessen fortpflanzen“ wäre die Beantwortung der Frage wesentlich schwieriger.

Schwieriger ist nicht immer besser. Natürlich sollen keine trivialen Fragen gestellt werden. Andererseits soll die Beantwortung aber vom Lernenden auch keinen unangemessen hohen Aufwand erfordern. Ein gutes schlechtes Beispiel ist die folgende Multiple-Choice Frage mit 6 Antwortmöglichkeiten. Letztere liegen inhaltlich sehr nah beieinander, was die Beantwortung schwierig macht. Unter der Annahme, dass auch keine oder alle Optionen korrekt sein können, ergeben sich 2 hoch 6 = 64 Antwortmöglichkeiten. Das kann schnell dazu führen, dass die Beantwortung praktisch unmöglich wird.

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Es gibt verschiedene Wege, dies zu verhindern:

  • Der Lernende könnte auf Kursfolien verwiesen werden, die hilfreich zur korrekten Beantwortung sind.
  • Eine zusätzliche Info (z.B. „3 aus 6“) könnte angezeigt werden, die die Antwortmöglichkeiten deutlich reduziert.
  • Über einen Button „Richtige Antwort“ könnte die korrekte Auswahl angezeigt werden.
  • Einige offensichtlich falsche Antwortmöglichkeiten könnten angezeigt werden oder
  • die Anzahl möglicher Antworten könnte auf vier reduziert werden (dann gibt es nur noch 2 hoch 4 = 16 Kombinationen).

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